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Satter Gewinn mit Elektroautos

Oschersleber Berufsschüler landen im „Planspiel Börse“ kreisweit auf dem 2. und 3. Platz

Die „Entenklemmer“ haben im Rahmen des Online-Wettbewerbs „Planspiel Börse“ der Sparkassen abgeräumt. Hinter dem Team-Namen stecken die 20-jährigen Michel Urban und Eric Sombrowski von den Berufsbildenden Schulen Oschersleben.

Von Sebastian Pötzsch

 

„Planspiel Börse“ an der Berufsschule: Sozialkundelehrerin Heike Guddat, der stellvertretende Schulleiter Toralf Schröder, das Team „Entenklemmer“ Michel Urban und Eric Sombrowski, das Team „Scheineschmeißer“ mit Johannes Rückert und Philip Behrens sowie Monique Friedo von der Kreissparkasse (von links). Foto: Sebastian Pötzsch 

Oschersleben l Mit dem virtuellen Aktienhandel vermehrten die Schüler innerhalb weniger Wochen ihr Startkapital von 50 000 Euro auf 51 622,48 Euro und landeten somit im Kreisvergleich auf dem 2. Platz. „Die Beiden hätten noch mehr rausholen können, doch haben sie von den 50 000 Euro, die ihnen zur Verfügung gestellt worden sind, nur rund 12 000 Euro investiert“, erklärt Monique Friedo. Allerdings, so die Projektleiterin der Kreissparkasse Börde in Oschersleben weiter, hätte der Verlust auch größer sein können, hätten die Schüler mehr investiert.

„Unsere Spielerunde verlief sehr turbulent“, sagt Michel Urban und fügt hinzu: „Zunächst haben wir viele Wertpapiere aus verschiedenen Branchen gekauft, mussten aber große Verluste durch Apple und Amazon hinnehmen.“ Das Problem beim „Planspiel Börse“ sei, dass innerhalb kürzester Zeit ein möglichst großer Gewinn durch Aktienhandel erzielt werden muss. „Allerdings ist Wertpapierhandel auf langfristige Gewinne ausgelegt“, fügt Partner Eric Sombrowski hinzu. Am Ende haben die Schüler mit der Tesla-Aktie den größten Gewinn in Höhe von 2900 Euro erzielt, der allerdings durch kleinere Verluste geschmälert wurde.

„Ich interessiere mich für das Aktien- und Finanzwesen und könnte mir vorstellen, später einmal damit zu handeln“, sagt Michel Urban. Geweckt wurde sein Interesse spätestens am Gymnasium in Wanzleben. „Dort habe ich schon einmal am ‚Planspiel Börse‘ teilgenommen und so meine ersten Erfahrungen gemacht.“ Am Ende erhielt das Team „Entenklemmer“ eine Prämie von der Kreissparkasse in Höhe von 200 Euro.

Auf Platz 3 im Kreisvergleich landete das Team „Scheineschmeißer“, bestehend aus Philip Behrens und Johannes Rückert. Beide haben 15 000 Euro investiert und unter anderem mit Amazon einen der umsatzstärksten Werte gekauft. Während des Spiels hat „Scheineschmeißer“ von insgesamt fünf Werten drei wieder verkauft und musste somit leichte Verluste hinnehmen, so beispielsweise 300 Euro mit Porsche. Zum Ende des Spiels hatte ihr Depot einen Wert von 50 564,94 Euro. Von der Sparkasse gab es dafür eine Prämie in Höhe von 150 Euro.

Das dritte Team der Berufsschule, die „Golden Player“, hatte nicht so viel Glück. Am Ende machten sie ein Minus und hatten von den 50 000 Euro nur noch 49 761,27 in ihrem Depot. Im Gesamtranking landete die Bildungseinrichtung im Kreisvergleich auf Platz 2 und erhielt ein Preisgeld von 300 Euro. Den Umschlag nahm der stellvertretende Schulleiter Toralf Schröder entgegen sowie Sozialkundelehrerin Heike Guddat. Sie ist auch die Initiatorin des Börsenspiels an der Schule und beteiligte sich ebenfalls daran. Unter weiteren sechs teilnehmenden Lehrern im Landkreis belegte sie in diesem Jahr den 1. Platz.

Das „Planspiel Börse“ ist ein Lernspiel für Schüler und Studenten der Sparkassen in Deutschland und Europa und seit 1996 auch in der Kreissparkasse Börde fest verankert. Auf den entsprechenden Internetseiten eröffnen die teilnehmenden Schülerteams ab September eines jeden Jahres kostenlos ein Depot. Nach der Depoteröffnung versuchen die Teilnehmer zehn Wochen lang ihren Depotwert durch Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu steigern. So sollen die Schüler unter anderem die Funktionsweisen der Wirtschaft kennenlernen.

An der aktuellen Spielerunde haben kreisweit acht Schulen mit insgesamt 114 Schülerteams teilgenommen. Nur 6,7 Prozent derer haben einen Gewinn eingefahren. „Das war eine schwierige Runde, das Erzielen eines Gewinnes war sehr schwer“, resümierte Monique Friedo. Erfolgreichstes Jahr war 2016. Damals konnte eine Mannschaft des Wanzleber Gymnasiums sogar Europasieger werden.

Quelle: Oschersleber Volksstimme / Lokales / S.13 vom 23.01.2019